Eilantrag auf Kraftstoffzuschlag

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Berliner Taxigewerbe liegt seit Jahren am Boden.
Verraten von seinen Gewerbevertretern, vernachlässigt von der Verwaltung und vergessen von der Politik.

Unternehmern und Fahrern geht es nur noch ums Überleben und niemanden scheint das zu interessieren.
Doch die Schuld an der Misere nur bei anderen zu suchen, reicht nicht aus.
Der größte Feind des Gewerbes ist bei uns das Gewerbe selbst. Wir klagen über zu viele Taxen, den lächerlichen Tarif, die explodierenden Kosten und den überholten Ordnungsrahmen, tun aber nichts dagegen. Aktiv wird man eher gegeneinander und lässt dabei Straßenverkehrs-, Arbeitszeit- und Taxiordnung außer Acht.

Träumt Ihr davon, dass sich alles von alleine regeln wird?

Denkt Ihr, dass Ihr durch Eure Gleichgültigkeit etwas verändern könnt?

Oder habt Ihr Euch schon aufgegeben?

Wir gehen davon aus, dass nur wenige von uns mit ihrer Situation wirklich zufrieden sein können. Deshalb wollen wir mit unserer Umfrage Daten erheben, die dringend erforderlich sind, wenn man mit Behördenvertretern zu tun hat. Die Bögen werden vor der Auswertung anonymisiert, die Ergebnisse sind nur in der Summe von Interesse. Über den Fragenkatalog hinausgehende Fragen, Probleme und Vorschläge können auf der Rückseite notiert werden.
Die Erfahrungen der Vergangenheit, auch der Arbeitskämpfe dieses Jahres zeigen, dass man etwas erreichen kann wenn man zusammenhält und bereit ist, für seine eigenen Interessen etwas zu tun. Lasst uns das jetzt gemeinsam anpacken.

Seit Monaten sind die Kraftstoffpreise auf einem für uns existenzbedrohendem Höhenflug. Da wir diese Kosten nicht auffangen können, ohne unseren Fahrern den Lohn zu kürzen, haben wir bei der Senatsverwaltung eine Tarifanhebung gefordert. Da eine Tarifänderung jedoch seine Zeit braucht, wir aber bis dahin nicht warten können, haben wir den Vorschlag gemacht, kurzfristig einen Dieselaufschlag pro Tour zu kassieren. Dies ist ohne Taxameterservice und Eichamt möglich und, wie das Jahr 1989 zeigte, auch durchführbar.

Sollten wir wieder mit der Arroganz der Macht abgefertigt werden, müssen wir endlich zur Durchsetzung unserer Forderungen zusammenstehen. Wir müssen bereit sein zu Demonstrationen und Streiks und dazu, mal auf ein oder zwei Stunden Umsatz zu verzichten. Besser heute ein paar Stunden in die eigene Existenz investieren, als durch Passivität seine Zukunft mit Sicherheit zu verspielen.
Parallel dazu werden wir die Medien suchen, denn mit der richtigen Darstellung in der Öffentlichkeit werden wir mehr Sympathisanten gewinnen als viele glauben.

Wir bleiben jedenfalls am Ball und informieren rechtzeitig, wann wir welche Aktionen durchziehen (Flughäfen, Hauptbahnhof, Rotes Rathaus). Um unser Vorhaben zum Erfolg zu führen, brauchen wir das Mitwirken von wenigstens 1.500 Kollegen. Bis dahin denkt drüber nach: Wenn wir nicht auf die Tube drücken, dann kommt auch nichts raus!

Der Eilantrag an die Senatsverwaltung ist gestellt.
Und er soll durchgesetzt werden!

Hier noch einmal in Kürze, was wir für Berlin einfordern:

  1. Sofortige Einführung eines Kraftstoffzuschlages
  2. Schnelle Anpassung des Taxitarifs an die Kostenentwicklung
  3. Verringerung der Taxidichte (Hamburger Modell plus Beobachtungszeitraum)
  4. Zeitgemäße Reform des Ordnungsrahmens
  5. Werbeflächenfreigabe um relevante Zusatzeinnahmen zu ermöglichen
  6. Als Teil des ÖPNV kann man uns nicht nur mit Pflichten begrenzen, man muss uns auch Rechte gewähren, die dort andere genießen (BVG)
...und hier können wir in Ruhe über alles reden:

Der Landesverband Berlin des TVD hat seine neue Geschäftsstelle eröffnet!

Forckenbeckstr. 9-13, 14199 Berlin
(neben TE Taxiteile Berlin GmbH)

Ab sofort sind wir dort mittwochs, von 11:00 bis 14:00 Uhr zu erreichen.
Nach den Sommerferien, ab 01. September, sind wir dort dann regelmäßig für Euch da.
Die genauen Öffnungszeiten werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Kontakt:
030 – 25 29 59 51
info@tvd-berlin.de
www.tvd-berlin.de